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17. Juni 2011Juni 2011 – Ines Kunert
Seit wann sind Sie am mediencollege?
Im Februar 1999 habe ich am mediencollege angefangen. Damals habe ich vier Tage in Berlin und an einem Tag der Woche auch in Dresden unterrichtet.
Was war Ihr erster Eindruck an der Schule?
Die Berufsfachschule befand sich zu der Zeit ja noch im Aufbau. Es gab erst eine einzige Klasse. Diese Anfangsphase war insgesamt sehr aufregend, weil es so manche Hürde zu meistern gab. Aber seit dem haben wir uns ständig positiv weiterentwickelt.
Warum sind Sie Lehrerin geworden und was ist Ihnen aus ihrer Ausbildungs- / Studienzeit am meisten in Erinnerung geblieben?
Ich bin eigentlich immer gern zur Schule gegangen. Auch ich hatte gute Lehrer, bei denen der Unterricht besonders Spaß machte, und solche, bei denen man froh war, die Stunde hinter sich zu haben. Ich dachte dann immer: „Das könnte man besser machen…“ Allerdings wusste ich lange nicht, was ich studieren wollte. So eine freie Wahl der Studienfächer gab es ja damals nicht.
Die Studienzeit war eine tolle Zeit; für die Persönlichkeitsentwicklung vielleicht mit die wichtigste Phase, weil ich zum ersten Mal vollkommen selbstständig und eigenverantwortlich war und weil ich Leute kennen gelernt habe, die heute noch wichtig sind in meinem Leben.
Was gefällt Ihnen bei Ihren Schülern am meisten und woran könnten Sie noch ein wenig arbeiten?
Ich bewundere unsere Schüler für ihre künstlerische Begabung und die kreativen Gestaltungsideen. Meine Stärken liegen da eher auf anderen Gebieten… Was mich nervt, sind manchmal Unzuverlässigkeit, gepaart mit einem Mangel an Verantwortungsbewusstsein für sich oder auch die ganze Klasse, wie z. B. fehlende Hausaufgaben, der Versuch, sich vor Tests oder Vorträgen zu drücken sowie Unpünktlichkeit. Zum Glück sind das aber die Ausnahmen und nicht die Regel.
Haben Sie Ihre Berufswahl bis heute schon einmal bereut?
Klar gibt es auch mal Tage, an denen man innerlich stöhnt, weil Unterricht vorbereitet sein will, sich aber auch noch die Klausuren zur Korrektur türmen und auch noch dies und das zu tun ist. Aber ich bin gern Lehrerin und mit Spaß bei der Sache.
Was bedeuten für Sie Kunst und Design? Haben Sie ein bestimmtes Lieblingskunstwerk?
Kunst und Design spielen für mich erst eine so bedeutende Rolle, seit ich am mediencollege bin. Früher war ich daran nur im „normalen Rahmen“ interessiert, war auch mal auf Kunstausstellungen oder in Galerien. Inzwischen habe ich aber natürlich einiges dazugelernt und einen anderen Blick entwickelt, wie man so schön sagt.
Es gibt in dem Sinne kein Lieblingskunstwerk. Ich mag da ganz unterschiedliche Richtungen. Nur mit der Konzeptkunst habe ich manchmal so meine Probleme. Ich glaube, dafür bin ich dann doch zu konservativ.
Was ist Ihre Empfehlung zur Auswahl einer geeigneten Ausbildung für junge Leute?
Zuerst sollte man sich fragen: „Was kann ich gut? Was macht mir Spaß?“ Oder zumindest: „Was interessiert mich?“ Junge Leute sollten träumen und diesen Traumberuf dann auch anstreben dürfen, selbst wenn ihre Idee noch so unmöglich erscheint. Nur wer das wagt, dann aber auch fleißig an sich arbeitet, wird seine Chance bekommen und nutzen können. Gerade in der Branche, für die wir ausbilden, ist die Konkurrenz sehr groß. Wenn ich nicht bereit bin, mein Ziel mit aller Konsequenz und Ausdauer anzugehen, also nicht wirklich brenne für meine Idee, sollte ich lieber die Finger davon lassen.
Da man aber auch irgendwie seine Brötchen bezahlen können sollte, wenn es mal nicht so gut läuft, muss man sich eine gewisse berufliche Flexibilität bewahren. Unter Umständen heißt das, auch mal vom großen Ziel abzuweichen. Eine schwierige Situation.
Berlin gilt ja gemeinhin als kreatives Pflaster und als Stadt der Kunst. Welches Museum gefällt Ihnen am meisten und welche kreativen Eindrücke haben Sie von Berlin?
Berlin ist so voll von Angeboten, dass man es gar nicht schafft, alles anzusehen, was einen interessiert. Allein schon die vielen Galerien mit ihren permanenten , aber auch Wechselausstellungen.
Relativ häufig bin ich im Kommunikationsmuseum, im Deutschen Historischen Museum und natürlich auf der Museumsinsel.
Was machen Lehrerinnen, wenn Sie mal nicht am Vormittag vor ihrer Klasse stehen?
Dann nutze ich die Zeit vor allem für meine Familie, meinen Mann und meine beiden Söhne.
An Berlin mag ich besonders …
…einfach die ganze Stadt. Die Vielfalt, die Abwechslung, die Weitläufigkeit. Ich finde Berlin einfach schön. Schon als ich ein kleines Kind war, entstand in mir der Wunsch, eines Tages hier zu wohnen. Das lag vielleicht daran, dass meine Eltern ein- bis zweimal im Jahr mit uns nach Berlin gefahren sind und mich diese Stadt damals schon fasziniert hat.










