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1. April 2011April 2011 – Juliane und Dominik vom Orde
Mit dem Portrait im Monat April laden wir uns zum ersten Mal Absolventen des mediencollege zum Interview ein. Mit Juliane und Dominik haben wir sogar ein mediencollege “Ehepaar” gefunden. Besonders spannend ist der Einblick in die Arbeit ihrer selbstständigen Agentur, aber es gibt auch viele interessante Antworten zu den Themen Kreativität im Alltag und den “Blick über den Tellerrand” zu lesen…
Ihr habt ja beide 2008 euren Abschluss am mediencollege gemacht. Juliane, du sogar als Jahrgangsbeste – was ist euch vom mediencollege in Erinnerung geblieben?
Dominik: Viele kompetente Lehrer, auf deren Fachwissen ich mich heute immer wieder berufen kann, auch wenn sie zur Zeit der Ausbildung manchmal schon ein wenig nerven konnten mit ihren vielen gleichzeitigen Projektarbeiten ; ) Aber auch daraus habe ich gelernt, wie ich meine Aufgaben zeitlich managen kann.
Juliane: Auch für mich war die Zeit am meco geprägt durch jede Menge Fachwissen und den ein oder anderen Blick hinter die Kulissen der Medienwelt. Davon profitiere ich noch heute. Außerdem war der Umgang zwischen Lehrern und Schülern überwiegend wirklich angenehm und locker. Besonders gern erinnere ich mich an den Unterricht bei Herrn Wolff, den ziemlich (un)haarigen Dreh unseres Abschlussfilms und wie ich Herrn Friedrich regelmäßig mit meinen – nennen wir sie mal „surrealistischen“ – anatomischen Zeichnungen erheitern konnte.
Welche Grundlagen, die ihr hier am mediencollege erlernt habt, helfen euch heute am meisten weiter?
Juliane: Da kann ich gar keine konkrete Antwort geben. Das komplette Wissenspaket, in seiner Gesamtheit und Vielfalt an sich, kann ich immer wieder anwenden.
Dominik: Typografie in allen seinen Bereichen sollte man als Grundlage für die Gestaltung schon sehr ernst nehmen. Aus dem Unterricht von Frau Dressel habe ich da sehr viel mitnehmen können. Die Mappe mit den Unterrichtsunterlagen liegt immer griffbereit.
Ihr habt euch vor einiger Zeit mit einer kleinen Agentur selbstständig gemacht, habt ihr euch vorstellen können, dass sich eure berufliche Zukunft so entwickelt?
Dominik: Schon, da sich der Beruf als Grafiker ohnehin dafür anbietet, sich ohne großartige Investitionen selbstständig zu machen. Man kann sich nebenbei gut ein zweites finanzielles Standbein aufbauen.
Juliane: Es war für uns eigentlich nur eine logische Konsequenz. Privates und Berufliches zu verbinden, bot sich einfach an, da wir uns generell sehr gut ergänzen. Um es mal überspitzt zu beschreiben: Dominik ist eher der ruhige, bodenständige Denker mit einem Auge fürs künstlerische Detail, während ich die neugierige, kommunikationssüchtige Kreative bin. Das bedeutet aber nicht, dass ich die Ideen habe und Dominik sie dann umsetzt. Da setzten wir in jeder Phase eines Projekts auf Teamwork. So können wir von unseren unterschiedlichen Stärken profitieren und voneinander lernen. Ebenso klar war für uns von Anfang an aber auch, nicht gleich zu 100% in die Selbstständigkeit einzutauchen. Deshalb arbeiten wir zusätzlich noch festangestellt. Es lag also auf der Hand, irgendwann den Schritt in die (nebenberufliche) Selbstständigkeit zu wagen. Dass es auf Grund einiger Projektanfragen so schnell ging, hat mich persönlich dann überrascht ; )
Könnt ihr uns mit 5 Schlagworten sagen wie eure Arbeitswelt aussieht?
Juliane: 40% Festanstellung + 40% deFormo design + 10% Networking/ Facebook/ Twitter + 9% Inspiration sammeln + (gefühlte) 1% Schlaf ; )
Für eure Agentur schreibt ihr auch in einem Blog über Themen wie „Kreativität im Alltag“ (Blog). Wo ist euch zuletzt Kreativität im Alltag begegnet?
Dominik: Immer wieder am Herd. Kühlschrank auf – reinschauen was vorhanden ist, „Arbeitsmaterialien“ wählen, Komposition der einzelnen Zutaten und zu guter Letzt die richtige Würze.
Juliane: Ich laufe meist von der Arbeit nach Hause und habe immer eine Digicam dabei, die ich bei guten Lichtverhältnissen auch benutze. Da findet sich eigentlich immer ein interessantes Detail am Straßenrand oder ich erforsche damit eine unbekannte Straße. Die besten Bilder landen dann in unserem Flickr- Stream.
Juliane, wir haben gelesen, dass du Gebärdensprache beherrschst. Ist es wichtig auch mal über den Tellerrand des klassischen Betätigungsfeldes von Grafik und Design zu wagen?
Juliane: Definitiv! Ich würde eher sogar sagen, dass der Blick über den Tellerrand eine Grundvoraussetzung für Kreativität ist, auf der wiederrum Design basiert. Je mehr man sieht, erlebt und lernt, desto facettenreicher der Inspirationspool, aus dem man später schöpfen kann. Das Blickfeld für andere Menschen und Kulturen zu öffnen, bringt meiner Meinung nach generell jedem etwas, aber besonders für Kreative ergeben sich dadurch oft ganz neue Ansätze. Für mich war es eine großartige Erfahrung, die Grundlagen der Gebärdensprache zu lernen. Mich haben schon immer die geschickten Handbewegungen und Gesichtsausdrücke dabei fasziniert. Ich merke auch, dass mir der Einblick in diese komplett andere Art der Verständigung beim Gestalten – das ja auch eine Art der Kommunikation ist – hilft.
Über das berufliche hinaus, würden wir gern noch mal ins private gehen ; ) Ihr seid ja inzwischen verheiratet – kennen gelernt habt ihr euch am mediencollege?
Dominik: Nein, kennengelernt haben wir uns schon vorher. Wir wollten aber beide beruflich ‘etwas mit Medien’ machen und haben uns deswegen für die Ausbildung am Mediencollege entschieden. Geheiratet haben wir in den Sommerferien zwischen den beiden Ausbildungsjahren.
Die Familienbande gehen ja sogar über das mediencollege Dresden hinaus. Dominik, dein Bruder ist in Berlin am mediencollege. Was hat ihn denn dorthin verschlagen und wie intensiv tauscht ihr euch zu schulischen und designtechnischen Themen aus?
Dominik: Verschlagen hat es mich eher durch Juliane nach Dresden. Meine Familie wohnt in Brandenburg und somit war Berlin für meinen Bruder einfach näher. Er holt sich mal ein paar Tipps ein oder zeigt uns seine fertigen Arbeiten. Ab und zu sind wir auch gemeinsam mit der Fotokamera unterwegs und demnächst ist eine Fotostrecke mit seiner Band „The Bravest Sheep“ geplant.
Habt Ihr einen Geheimtipp für Dresden? Eine Bar oder einen Treffpunkt für Kreative…
beide: Dresden IST der Geheimtipp für Künstler und Kreative ; )
Vielen Dank für das Interview und wir wünschen Euch auch weiterhin viel Kreativität im Alltag und Erfolg für deformo!
Persönliche Daten
- Juliane und Dominik
vom Orde - 25 und 27 Jahre
- wohnen in Dresden Friedrichstadt
- Ausbildung
Dominik: gestaltungstechnischer Assistent (Grafik)
Juliane: gestaltungstechnische Assistentin (Medien und Kommunikation)










